Leserbriefe in der Geseker Zeitung

26. Juli 2020

Zu heftigen Kontroversen führen immer wieder Leserbriefe in der Geseker Zeitung. Unkommentiert wiedergebene Äußerungen, häufig von sogenannten "Wutbürgern", lassen besonders Politiker von CDU und SPD schäumen. Bei der Verleihung des Ehrenringes der Stadt Geseke an Robert Henneken führte das zum Eklat. Darin wurde wiederum ein Angriff auf die Pressefreiheit gesehen. Alexander Arens versucht, in einem Leserbrief an die Geseker Zeitung auf mehr oder minder unverblümte Polit-Werbung sachlich einzugehen.

Text eines privaten Leserbriefes von Alexander Arens an die Geseker Zeitung:

Der Leserbrief von Herrn Neugebauer "Ein guter Redner ist noch lange kein guter Bürgermeister" in der Geseker Zeitung vom 24. Juli 2020 kann wegen seiner Einseitigkeit nicht unkommentiert bleiben.
 
Remco van der Velden hat Dynamik in die Entwicklung Gesekes gebracht. Projekte, die lange vage im Raum schwebten, wurden planerisch konkretisiert (Stadtverwaltung, Gebäudesanierung, Stadtwerke, Marktplatz,  ... ). Geholfen hat zweifellos eine finanziell goldene Zeit. In seiner ersten Amtszeit sind viele Töpfe geöffnet worden, aus denen Geseke in den nächsten Jahren schöpfen kann. - Zauberstäbe wurden aber nicht verteilt! Die nächste Amtszeit wird im Zeichen der Umsetzung der Vorhaben stehen.
 

Manches scheint allerdings tatsächlich in gewohntem Trott weiterzulaufen. Das ist auch nicht verwunderlich, wenn eine Fraktion mit absoluter Mehrheit über Jahrzehnte (mit einer kurzen Unterbrechung) alleine schalten und walten kann, wie ihr der Sinn steht.

 

Auch der Bürgermeister steht nicht über den Dingen. Sicher wurden Fehler gemacht oder Weichenstellungen vorgenommen, deren Richtigkeit zweifelhaft ist. Die Gestaltung des Marktplatzes, wenn auch von der Mehrheit der Geseker abgesegnet, gehört meiner Meinung nach dazu. Auch die Ablehnung des Parkdecks, das Herr Neugebauer richtigerweise anspricht, ist sicher keine zukunftsweisende Entscheidung gewesen. Das Suchverfahren nach dem Standort für ein neues Verwaltungsgebäude wurde übrigens auch von der Geseker FDP kritisiert und immerhin eine städtebauliche Begleitung durchgesetzt. Da war also durchaus noch mehr Opposition, als der Leserbriefschreiber sich erinnern kann (z. B. Kritik an der städtischen Informationspolitik, Forderung nach einem umfassenden Gebäudekonzept, Verhinderung von Leerständen in der Innenstadt und worüber die Geseker Zeitung noch alles berichtet hat).

 

Herr Neugebauer unterstellt in seiner Kritik an Rat und Bürgermeister, dass jeder, der sich nicht an der Ausrufung eines Klimanotstandes (eines reinen Papiertigers) beteiligt, Umweltprobleme ignoriert. Dass das nicht so ist, zeigt beispielsweise die Forderung nach einem umfassenden Plan zur Verbesserung des Stadtklimas (auch das von der FDP). Ein erster kleiner Schritt ist gemacht, indem man sich der Erhaltung und Pflege der Bäume am Wall zuwendet. Die hatte die Geseker FDP angestoßen und sich dabei fachliche Unterstützung von Landschaftsgärtner Thomas Pollmann (Grüne) geholt. - Es geht schließlich um die Sache, nicht um Parteipolitik um ihrer selbst willen!

 

Seine Sichtweise zu äußern, so wie Herr Neugebauer das tut, ist von der Meinungsfreiheit gedeckt. Das gleiche Recht haben auch alle anderen Bürger (inklusive der Politiker). Gute Presse ist ein Forum für Information und Meinungsaustausch. Sicher gefällt nicht immer was man liest, so wie mir der genannte Leserbrief von Herrn Neugebauer. Die Zeitung gehört dennoch zum Frühstück wie die Tasse Kaffee!

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