Wie geht es weiter mit der Marienschule?

Eine Zeit lang war die Zukunft der Marienschule unsicher, bis ein Ratsbeschluss den Standort festschrieb. Die Geseker FDP-Fraktion fordert nun Informationen zum Neubau der Marienschule und Klarheit über Investitionen, die für den Schulbetrieb in den nächsten Jahren erforderlich sind. In einem aktuellen Antrag an Bürgermeister Dr. van der Velden wurde der Sachstand abgefragt und um eine fundierte Information der neuen Mitglieder in Rat und Ausschüssen gebeten. Die Antwort der Stadtverwaltung lässt jedoch zentrale Fragen offen, die nun im Schulausschuss thematisiert werden sollen.


Hintergrund: Der Antrag im Überblick

In dem Antrag wurde die Stadtverwaltung aufgefordert, den aktuellen Stand der Planungen für den Neubau der Marienschule darzulegen. Kernpunkte waren:

  1. Bisheriges Procedere: Der Rat der Stadt Geseke hatte 2022 beschlossen, die marode Marienschule durch einen Neubau auf dem Gelände der ehemaligen Edith-Stein-Hauptschule zu ersetzen. Die funktionale Ausschreibung für den Neubau konnte jedoch aufgrund der aktuellen Nutzung der Edith-Stein-Schule als Flüchtlingsunterkunft noch nicht beginnen. Der Platz wird für den Neubau benötigt.
  2. Sachstandsbericht: Gefragt wurde nach dem Stand der Planungsunterlagen, dem Zeitplan für Abriss und Neubau sowie den bisher angefallenen Kosten und der Finanzierungsplanung.
  3. Abstimmung zum weiteren Vorgehen: Angesichts der nach außen zögerlich wirkenden Vorgehensweise wurde eine klare Positionierung der Stadt gefordert: Soll das Verfahren weitergeführt werden? Gibt es Pläne, das Vorhaben für mögliche Programme förderfähig zu halten? Wie hoch sind die Investitionen zur Aufrechterhaltung des Betriebs der alten Marienschule? Welche Maßnahmen sind nötig, um die Schulqualität langfristig zu sichern?

Kritische Punkte: Was bleibt unklar?

Die Antwort der Stadtverwaltung bestätigt zwar, dass die Planungsunterlagen vorliegen und Instandsetzungsmaßnahmen durchgeführt wurden. Allerdings bleiben zentrale Fragen unbeantwortet:

  • Langfristige Funktionsfähigkeit der alten Marienschule: Es gibt keine konkreten Pläne oder Investitionsangaben, wie die alte Marienschule bis 2029 darüber hinaus funktionsfähig gehalten werden soll. Unklar ist, ob eine dauerhafte Ertüchtigung geplant ist oder nur kurzfristige Instandsetzungen erfolgen.
  • Zeitplan und Alternativszenarien: Der Abriss der Edith-Stein-Schule hängt von der Unterbringung der dort lebenden Flüchtlinge ab. Ein konkreter Zeitplan oder Alternativszenarien, um den Stillstand zu überwinden, fehlen jedoch.
  • Fördermittel und Finanzierung: Es gibt keine Aussagen dazu, ob das Vorhaben aktiv als förderfähiges Projekt positioniert wird. Zudem sind 2025–2029 keine Mittel für den Neubau vorgesehen. Lediglich für den Abbruch der ehemaligen Hauptschule sind Ende des Jahrzehnts Gelder eingeplant. 
  • Transparenz und Information: Der Antrag sollte auch der Information der neuen Mitglieder in Rat und Ausschüssen dienen. Eine Behandlung im Schulausschuss wurde bisher nicht zugesagt.

Forderung: Diskussion im Schulausschuss

„Die Antwort der Stadtverwaltung zeigt, dass man den Standort im Blick hat, aber zentrale Fragen zur Zukunft der Marienschule offen bleiben. Besonders die kurzfristige Perspektive für das bestehende Schulgebäude und Möglichkeiten der Forcierung des Neubaus müssen geklärt werden. Wir fordern, dass dieser Antrag im Schulausschuss besprochen wird, um allen Mitgliedern – insbesondere den neuen – eine fundierte Einschätzung zu ermöglichen und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten“, so Fraktionsvorsitzender Alexander Arens.

Die FDP-Fraktion wird sich weiterhin für eine transparente und zügige Planung einsetzen, um die Bildungsqualität in Geseke langfristig zu sichern.